Die Blume auf meinem Fensterbrett

Als ich sie pflanzte, tauchtest du plötzlich auf.
Und als sie wuchs, sah ich ihr zu.
Und formte Bilder, ich
Schrieb Geschichten über sie,
Die dich bezauberten.

Später standen wir gemeinsam vor ihr
Und du küsstest mich.

Irgendwann war sie zu groß, zu schwer.
Sie fiel vom Fensterbrett
Und der Tontopf zersplitterte im Regen.

Als ich heimkam und sie auf der Steintreppe
Vor der Haustür fand, weinte ich in die Nacht,
Wie ein verlassenes Kind.
Aber ich hob sie auf
Mit letzter Kraft.

Sie war nicht zerbrochen.

Schon wenige Tage später
Belohnte sie mich
Mit einer großen Blüte.

Ich habe sie in Sicherheit gebracht und
Dankbar schaut sie nun
Aus dem Küchenfenster.
Dem Licht entgegen.

Sonnenblumen blicken immer zur Sonne.
Und zerbrechen nicht einfach auf Beton.

 

sazzue

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