Blau (an Alexandra)

Den Morgen streut der Himmel blau vor Qual,

Spuckt Wolkenfetzen aus ins Sturmgebraus,

Als Mullgeflock verstopfen sie das Tal,

Und trinken seine kalten Flüsse aus.

 

Von allen Hängen brechen Felsenzähne,

Sie treiben Keile in die Weltennaht,

Umschwirrt von Drohnen. Und die Almenmähne

Trägt kahle Stellen seit der letzten Mahd.

 

Den Bäumen schmilzt das Silber aus den Kronen,

Formt ein Sirenenmaul aus schwarzem Teer,

Und, wo bei Nacht die letzten Winde wohnen,

Stirbt heute einma mehr ein Nebelmeer.

 


Lisa

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